Kann man sich aus dem Internet löschen sobald man einmal drin ist?

Eines der großen Probleme unseres digitalen Zeitalters ist dem zunehmenden Wachstum des Internets und seiner Ausbreitung in weite Teile unseres Lebens geschuldet. Die Frage, was wir tun müssen, wenn wir Informationen und Daten über unsere Person, die im Internet gespeichert sind, löschen oder sonstwie nichtmehr allen Netzbenutzer zugänglich machen wollen, ist dabei von größter Relevanz.

Diese Frage stellt sich nicht nur vereinzelten Personen, sondern einer Vielzahl von Benutzern von sozialen Netzwerken, die dort Informationen bereitstellen, nach ein paar Jahren dann aber nicht mehr wollen, dass diese von jedermann eingesehen werden können.

Das Recht auf Vergessenwerden im Internet

Aus dieser Frage entwickelte sich der immer häufiger benutzte Terminus des Rechts auf das Vergessen bzw. treffender des Rechts auf das Vergessenwerden. Dies bedeutet, dass jeder Person das Recht zustehen soll, sich zu jedem gegebenen, ihr genehmen Zeitpunkt aus dem Internet zurückziehen zu können. Und obwohl dies selbstverständlich sein sollte, gestaltet sich die Umsetzung in der Praxis sehr schwierig, nicht nur aufgrund von AGBs der sozialen Netzwerke, sondern auch von Suchmaschinen, die einmal indizierte Informationen für nahezu immer speichern.

Da es aufgrund der dem WorldWideWeb immanenten Eigenschaft, nationalstaatliche Grenzen zu ignorieren, keine nationale Lösung geben kann, arbeitet die Europäische Kommission an einem Gesetz, welches den Datenschutz im Internet verstärken und die bestehenden Normen in der digitalen Welt umsetzbar machen soll. Mit diesen Maßnahmen soll den Nutzern insbesondere eine bessere Ausübung seiner Rechte auf Einsicht, Berichtigung und Löschung der über sie gespeicherten Informationen ermöglichen.

Die spanische Datenschutzbehörde

In Spanien ist im Moment die spanische Datenschutzbehörde die Institution, an welche man sich wenden kann, wenn ein Webmaster ein unsere Daten betreffendes Gesuch ignoriert. Ebenso wird der Bürger ermutigt, die Löschung von privaten Informationen über ihn in Foren, Blogs, sozialen Netzwerken oder Suchmaschinen zu beantragen, die respektlos oder die persönliche Würde verletzend sind.

Dieser Beitrag ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen

Jesús Sánchez

Jesús Sánchez hat die Universität San Pablo CEU mit Fokus auf Gesellschatfsrecht absolviert und verfügt über eine Promotion in Verfassungsrecht und Informatik; er ist der Experte für das Recht der neuen Informationstechnologien. Er ist Mitglied von Áudea, einem Unternehmen zur Wahrung von Informationssicherheit. Wenn Sie weitere Fragen haben Kontaktieren Sie uns.