Für mich stand bereits zu Beginn des Vorbereitungsdienstes fest, dass ich meine Wahlstation in Spanien absolvieren möchte. Madrid bietet als juristisches und wirtschaftliches Zentrum des Landes die ideale Umgebung für angehende Juristen, da die Stadt eine bemerkenswerte Symbiose aus hoher Professionalität und der optimistischen spanischen Mentalität verkörpert. Bei meiner Recherche stieß ich auf Mariscal Abogados, deren durchweg positiven Referendarberichte mich zu einer frühzeitigen Bewerbung bewogen, ein Schritt, der aufgrund der internationalen Reputation der Kanzlei unbedingt empfehlenswert ist. Obwohl ich bereits mit hohen Erwartungen angereist war, übertraf die tatsächliche Erfahrung vor Ort diese nochmals deutlich.
Besonders beeindruckend war die konsequent internationale Ausrichtung der Kanzlei. Es war eine bereichernde Erfahrung zu beobachten, wie Anwälte mit unterschiedlichen kulturellen und fachlichen Hintergründen in einer Atmosphäre gegenseitiger Unterstützung zusammenwirken. Diese kollegiale Dynamik führte dazu, dass ich mich während der gesamten Station jeden Tag auf die Zusammenarbeit im Büro freute. Ein wesentlicher Aspekt meiner Ausbildung war die Arbeit im deutschen Team unter der Anleitung von Karl H. Lincke und José Luis Díez.

In fachlicher Hinsicht war die Station durch eine Vielzahl wirtschaftsrechtlicher Themen geprägt. Ich wurde von Beginn an in die Bearbeitung anspruchsvoller Mandate eingebunden, was mir tiefe Einblicke in das spanische Recht und dessen praktische Anwendung ermöglichte. Da man in der Kanzlei unter Umständen zum ersten Mal ausschließlich mit der spanischen Rechtsordnung konfrontiert ist, stellt dies zunächst eine Herausforderung dar; es zeigte sich jedoch schnell, dass es dank der in Deutschland erworbenen juristischen Fähigkeiten und der dort geschulten Methodik leichtfällt, die neuen rechtlichen Strukturen zu verstehen und zu durchdringen. Die Aufgaben erforderten oft ein hohes Maß an eigenständiger Arbeit, was meine juristische Methodik sowie mein Verständnis für die Besonderheiten des spanischen Marktes schärfte. Dabei konnte ich meine Sprachkenntnisse signifikant ausbauen, wobei der Fokus insbesondere auf der Aneignung und Anwendung des Legal Spanish in der professionellen Korrespondenz und bei juristischen Ausarbeitungen lag. Besonders hervorzuheben ist die Wertschätzung, die mir seitens Karl H. Lincke entgegengebracht wurde. Trotz der hohen Arbeitsbelastung in einer international tätigen Kanzlei nahm er sich stets die Zeit für ausführliches und konstruktives Feedback zu meinen Entwürfen, was maßgeblich zu meinem Lernerfolg beitrug.
Menschlich fühlte ich mich durch ausnahmslos alle Kollegen und insbesondere die HR-Managerin Laura Bernat sowie Mignon Uebel und Melisa Giménez hervorragend in die Kanzleistruktur integriert. Auch der Austausch mit anderen Referendaren aus verschiedenen Teilen Deutschlands war eine Bereicherung und sorgte für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Zu den besonderen Höhepunkten meiner Zeit gehörten die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der Kanzlei, bei denen ich unmittelbar nach meinem Start herzlich aufgenommen wurde, sowie die Teilnahme am zweitägigen Frühjahrssymposium der Arbeitsgemeinschaft Bank- und Kapitalmarktrecht des DAV. Letzteres bot eine exzellente Gelegenheit zur Vernetzung mit deutsch-spanischen Anwaltskollegen. Rückblickend stellte diese Zeit fachlich und persönlich eine der wertvollsten Stationen meines Referendariats dar, weshalb ich Mariscal Abogados uneingeschränkt weiterempfehlen kann.
Meaghan Sophie Ulbrich
Meaghan Sophie Ulbrich
Rechtsreferendarin
