Gründung eines Franchising in Spanien: Was der Franchisegeber beachten muss

Die Idee zu einem Franchisegeschäft und der spätere Ausbau hängen von der Grundvoraussetzung ab, dass das Geschäft des franchisegebenden Unternehmens bereits erfolgreich etabliert ist und sich für die Nutzung in einem Franchisevertriebssystem eignet.

Vor dem Beginn des Franchisegeschäfts muss sich der Franchisegeber darüber im Klaren sein, welche grundlegenden Eigenschaften sein Unternehmen auszeichnen und einzigartig machen und wie er diese Charakteristika an den Franchisenehmer übermitteln kann.

Die bedeutendsten Aspekte sind hierbei:

  • Die Übermittlung des Geschäftskonzepts;
  • Die Übertragung der Nutzungsrechte an der Corporate Identity, der Marke, des Firmennamens und weiterer Elemente der Intellectual Property;
  • Die Unterstützung und Ausbildung des Franchisenehmers während des Ausbaus des Franchiseunternehmens.

Der Unternehmer, der sein Geschäft im Franchisesystem ausbauen will muss sich im Voraus im Klaren darüber sein, welchen Nutzen mögliche Franchisenehmer aus dem Franchising ziehen können.

Unternehmerisches Gesamtkonzept und Corporate Identity

Das Geschäftskonzept und die Corporate Identity sind die zwei Elemente, die der Franchisegeber im Voraus entwickelt und definiert haben muss.

Ungeachtet dessen sollten vor dem Start eines Franchising das unternehmerische Gesamtkonzept und die Corporate Identity genau analysiert werden um die Aspekte zu bestimmen, die den Franchisenehmern tatsächlich einen Mehrwert bringen könnten.

Was ist das differenzierende Element eines erfolgreichen Franchisesystems?

Nicht jedes Geschäftsmodell eignet sich für Franchising; es muss eine Kombination an Faktoren vorhanden sein, die in Abhängigkeit von der Art der unternehmerischen Tätigkeit sehr unterschiedlich sein können. Es kann sich hierbei um Produkte mit interessanten Preisen für Franchisenehmer handeln oder um Produktionsprozesse; auch Dienstleistungen werden vermehrt als Franchiseunternehmung vertrieben.

Die Corporate Identity

Je bekannter und prestigeträchtiger die Marke des Franchise bereits ist, desto grösser ist der Stellenwert der Corporate Identity. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Unternehmen, die noch nicht auf einen bekannten Markennamen setzen können, nicht auch in einem Franchisesystem florieren können.

Es gibt Geschäftsarten, wie beispielsweise das Gastgewerbe, wo eine gute Corporate Identity und die Gestaltung und Ausstattung der Lokale entscheidende Elemente sein können, die zum Erfolg des Franchise beitragen. Hierbei ist es nicht unbedingt notwendig, dass das Unternehmen von Anfang an über einen schon bekannten Markennamen verfügt.

Ein Vorteil des Franchisemodells für die Corporate Identity ist, dass alle Franchisenehmer zur Verbreitung und Internationalisierung der Marke beitragen können. Dies bedeutet, dass die Marke während des Auf- und Ausbaus des Franchisings einen höheren Bekanntheitsgrad erlangt. Es ist üblich, dass die Franchisenehmer im entsprechenden Vertrag dazu verpflichtet werden, eine gewisse Summe für Werbung und Marketing auszugeben um zur Verbreitung der Marke beizutragen.

Intellectual Property im Franchisesystem

Der Franchisegeber muss seine Rechte der Intellectual Property vorschriftsmässig registriert haben, damit diese aus rechtlicher Sicht geschützt sind. Der Franchisegeber würde ein hohes Risiko bei der Geschäftsentwicklung eingehen, wenn es ein Problem mit den Markenrechten oder der Intellectual Property geben würde.

Eine angemessene juristische Beratung ist das beste Mittel um vor Übertragung jeglicher Nutzungsrechte am Franchising die entsprechenden Risiken zu minimieren.

Die Unterstützung des Franchisenehmers

Das letzte, dadurch aber nicht weniger wichtige Element für den Erfolg des Franchisings ist die Unterstützung und Ausbildung des Franchisenehmers.

Die Art der Unterstützung muss während der verschiedenen Entwicklungsphasen des Franchisegeschäfts unterschiedlich ausgerichtet sein. In der Phase vor dem eigentlichen Start des Franchisings berät der Franchisegeber den Franchisenehmer üblicherweise bei der Suche nach den richtigen Geschäftsräumen, bei all jenen Geschäftstätigkeiten, für deren Erfolg die Lage entscheidend ist.

Die Schulung des Franchisenehmers

Die Schulung und Weiterbildung des Franchisenehmers ist der zweite wichtige Aspekt, bei dem der Franchisegeber den Franchisenehmer unterstützt.

In diesem Training sollte der Franchisenehmer alle wichtigen Aspekte des Unternehmens kennenlernen.

Ist das Franchising einmal gestartet, ist die Art der Unterstützung seitens des Franchisegebers anders gestaltet und beinhaltet eine weniger intensive Betreuung.

Trotz allem ist es sehr wichtig, dass sich der Franchisenehmer durch den Franchisegeber unterstützt und abgesichert fühlt. Der Franchisegeber bringt sich in das Franchising durch Planung und Kontrolle ein und unterstützt den Franchisenehmer mit seinem Wissen und seiner Erfahrung.

Die Franchisebeziehung langfristig bewahren

Ein Problem, das beim Franchisesystem auftreten kann, ist die vorschlüssige Annahme des Franchisenehmers, dass er auf die Unterstützung des Franchisegebers verzichten kann, sobald sein lokales Franchise einmal erfolgreich angelaufen ist.

Über lange Sicht kann diese Situation zu einem Bruch der Franchisebeziehung führen. Deshalb ist eine kontinuierliche Unterstützung des Franchisenehmers durch den Franchisegeber und eine fortlaufende Weiterentwicklung des Franchisesystems notwendig. Für den Franchisegeber ist es daher empfehlenswert, an der Entwicklung des lokalen Franchise durch Werbe- und Marketingmassnahmen mitzuwirken.

Die Geschäftsentwicklung des Franchisenehmers sollte kontinuierlich überprüft werden; ausserdem müssen gemeinsame Geschäftspläne so wie Jahres- und Halbjahresziele aufgestellt werden.

Der Franchisegeber muss Teil des Geschäfts des Franchisenehmers sein und nicht nur Beobachter. Dies gelingt, indem er sein Wissen und seine Erfahrung an den Franchisenehmer weitergibt.

Wie garantiert man den Erfolg eines Franchiseunternehmens?

Für den Erfolg des Franchisegeschäfts ist von zentraler Bedeutung, dass sowohl der Franchisegeber als auch Franchisenehmer ganz klar von der Kooperation profitieren.

Viele Franchiseunternehmen sind nicht erfolgreich, weil der Franchisenehmer in dem Franchisesystem keinen Vorteil mehr sieht, sobald er das nötige Know-how des Franchisegebers erworben hat. Er geht davon aus, dass er das Geschäft eigenständig weiterführen kann, ohne die anfallenden Kosten und Gebühren im Franchisesystem tragen zu müssen.

Deshalb muss die Übertragung der Nutzungsrechte am Franchise durch weitere grundlegende Elemente vervollständigt werden: die Übertragung einer Corporate Identity, die entweder schon bekannt ist oder während des Ausbaus des Franchisesystems einen höheren Bekanntheitsgrad erlangt; ausserdem eine fortlaufende Unterstützung des Franchisenehmers, die diesem einen tatsächlichen Mehrwert einbringt.

Wie kann der Franchisegeber sein Know-how schützen?

Um das Know-how des Franchisegebers zu schützen, ist es ausschlaggebend, dass der Franchisenehmer im Franchisevertrag die Verpflichtung des Wettbewerbsverbots eingeht. Das Wettbewerbsverbot ist nicht auf die Person beschränkt, die den Franchisevertrag unterschreibt, sondern kann auf alle weiteren Gesellschafter ausgedehnt werden.

Die Verpflichtung des Wettbewerbsverbots kann Kraft der Regelungen des Wettbewerbsrechts jedoch nicht über sehr lange Zeiträume aufrechterhalten werden.

Im Fazit kann gesagt werden, dass der Franchisegeber bei Vergabe der Franchiserechte an seinem Geschäft vorsichtig vorgehen muss und im Voraus klar feststehen sollte, dass das Franchisesystem Vorteile bringt und die möglichen Franchisenehmer einen echten Mehrwert durch ihre Beteiligung erhalten. Dieser Mehrwert muss über alle Entwicklungsphasen des Geschäfts hinweg erkennbar sein.

Dieser Beitrag ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen

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