Konfliktlösungen zwischen Gesellschaftern und der Geschäftsführung eines Unternehmens

In Unternehmen mit vielen Gesellschaftern können jederzeit Unstimmigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten auftreten, die das Unternehmen destabilisieren. Daher ist es wichtig, eine Vielzahl an unterschiedlichen Lösungen für Konflikte zwischen Gesellschaftern zu kennen, um sie erfolgreich vermeiden und lösen zu können. Die Ausarbeitung von Vereinbarungen zwischen den Gesellschaftern spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern zur Vermeidung von Konflikten

Die Gesellschafterverträge sind Vereinbarungen, die zwischen den Gesellschaftern geschlossen werden, um die internen Beziehungen innerhalb einer Gesellschaft zu regeln. Es werden verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit der Funktionsweise festgelegt, dadurch wird unter anderem versucht, mögliche Konflikte zwischen Gesellschaftern zu vermeiden.

Bei einigen Vereinbarungen mag es sinnvoll sein, sie ebenfalls in der Satzung festzuhalten. Bei anderen ist es wegen der mangelnden Flexibilität von gesellschaftsrechtlichen Vorschriften vorteilhaft sie als zusätzliche Vereinbarungen zu formulieren.

Vereinbarungen mit Wirkung gegenüber Dritten

Vereinbarungen mit Wirkung gegenüber Dritten können in der Satzung des Unternehmens verankert werden. Diese sind erst ab der Veröffentlichung im spanischen Gesetzblatt (BOE) wirksam. Es sind beispielsweise Vereinbarungen, welche die rechtlichen Regelungen zu Aktien bzw. Gesellschaftsanteile betreffen.

Vereinbarungen mit vertraglicher Wirksamkeit

Diese neben der Satzung geschlossenen Vereinbarungen sind auf die Unterzeichner beschränkt und werden aus zwei Gründen angewendet:

  • Bei rechtlicher Unmöglichkeit es in das Handelsregister einzutragen
  • Auf Wunsch der Gesellschafter die Vereinbarung nicht öffentlich einsehbar zu machen

Folgende Vereinbarungen sind üblich:

  • Zum Preis des Erwerbs von Gesellschaftsanteilen

Falls ein Gesellschafter ausscheidet und keine Vereinbarung über den Wert der Gesellschaftsanteile oder Aktien erreicht wird, kann der Wert durch einen unabhängigen Experten, der durch das örtliche Handelsregister bestimmt wird, festgelegt werden.

  • Sogenannte „Drag along” oder „tag along“ Klauseln

Diese Klauseln gelten für den Verkauf von Unternehmensanteilen.

Außergerichtliche Konfliktbeilegung

Methoden zur außergerichtlichen Konfliktlösung sind ein bewährtes Werkzeug zur Lösung von Konflikten zwischen Gesellschaftern. Sie bringen folgende Vorteile mit sich:

  • Geringere Kosten im Vergleich zu Gerichtsverfahren.
  • Schnellere Konfliktlösung.
  • Sie sind besonders geeignet für Konflikte, in denen die Parteien Vertraulichkeit suchen.
  • Bei außergerichtlichen Einigungen, insbesondere bei der Mediation, sind es die Parteien selbst, die eine Einigung erzielen, d.h. sie wird nicht durch einen Dritten auferlegt.
  • Die Mediation ist besonders sinnvoll, wenn die Beziehungen zwischen den Gesellschaftern fortgesetzt werden müssen und nicht einfach beendet werden können, wie beispielsweise bei

Familienstreitigkeiten oder bei Streitigkeiten zwischen Nachbarn, Gesellschaftern oder Unternehmen.

Dieser Beitrag ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen

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