Matthis Löffler, Januar – März 2024

Matthis Löffler | Referendariat Spanien

Nach den Strapazen der Examensvorbereitung wollte ich unbedingt noch einmal eine Auslandserfahrung machen und gleichzeitig die Zeit dafür nutzen, meine Spansichkenntnisse etwas auffrischen. Daher machte ich mich im spanischsprachigen Ausland auf die Suche nach einer Möglichkeit, meine Wahlstation zu absolvieren. Mit meiner Bewerbung beim deutschen Anwaltsverein Spanien (DAV Spanien) bin ich dann über einen kleinen Umweg bei Mariscal Abogados in Madrid gelandet.

Das Team und mein Ausbilder Herr Karl H. Lincke haben mich sehr freundlich aufgenommen und ich habe mich in der Kanzlei sofort wohlgefühlt. Ich habe halbtags fünf tage die Woche gearbeitet, mit der Möglichkeit, dienstags und donnerstags im Homeoffice zu arbeiten. Ich war in der Zeit von Januar bis März 2024 in Madrid, zur selben Zeit wie meine geschätzte Referendarskollegin Patricia, mit der ich viele der uns zugewiesenen Aufgaben gemeinsam bearbeitete.

Meine Tätigkeiten erstreckten sich inhaltlich hauptsächlich auf das Handels- und Gesellschaftsrecht. Dabei rechechierte ich zu Fragestellungen von Mandanten und erstellte enstprechende Email- Korrespondenzen, übersetzte und entwarf zweisprachige Vertragsentwürfe bzw. korrigierte die deutsche Version bereits bestehender Entwürfe und arbeitete Verbesserungsvorschläge ein. Teilweise bewegten sich die Aufgaben aber auch in anderen Rechtsgebieten, sodass ich auch viel damit beschäftigt war, mich in spanische Gesetzestexte einzulesen. Auch Kreativität war ab und zu gefragt, denn ich erstellte auch PorwerPoint Präsentationen und LinkedIn Posts. Darüber hinaus war ich mit Aufgaben im Zusammenhang mit der Verwaltung des DAV Spaniens betraut, erstellte Powerpoints für anstehende Veranstaltungen und eine Liste mit potentiellen weiteren Mitgliedern. Nebenbei wurde ich oft von den Anwälten der Kanzlei darum gebeten, Vertragstexte korekturzulesen oder zu übersetzen. Da sich die Aufgaben fast ausschließlich im spanischen Recht bewegten, sind ausreichende Spanischkenntnisse (trotz DeepL) meiner Meinung nach nicht nur nützlich, sondern unerlässlich.

Zusammengefasst bekommt man einen guten Einblick in die Tätigkeit eines international arbeitenden Anwalts mit Schwerpunkt im spanischen Handels- und Gesellschaftsrecht. Außerdem bietet das Praktikum eine hervorragende Möglichkeit, seine Spanischkenntnisse wieder aufzufrischen und insbesondere seine Fachsprachenkenntnisse zu verbessern. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass die Tätigkeiten wenig mit den während des Referendariats vermittelten prozesslastigen Anwaltstätigkeiten zu tun haben. Das dort erlernte Wissen konnte ich hier kaum anwenden.

Die Wahlstation in Spanien zu verbringen war eine tolle Erfahrung, die ich jede Referendar in nur wärmstens ans Herz legen kann. Ich hatte neben meiner Zeit bei Mariscal Abogados sehr viel Zeit, das wunscherschöne und lebendige Madrid zu erkunden und in das spanische Leben einzutauchen. Ich habe die Stadt tief in mein Herz geschlossen und werde gerne hierher zurückkehren. Ich bedanke mich bei meinem Ausbilder Karl H. Lincke für die freundliche Aufnahme, die stets offene Kommunikation und die inhaltliche Betreuung.

Matthis Löffler
Rechtsreferendar