EPC-Vertrag versus EPCM-Vertrag

Der Begriff EPC ist ein Akronym, das von dem englischen Begriff Engineering, Procurement and Construction stammt stammt und vornehmlich bei Großprojekten im Energiesektor verwendet wird.

Trotz der häufigen Verwendung des EPC-Vertrags im Energiesektor ist es wichtig, dass die Verantwortlichen von Projekten auf diesem Gebiet ein klares Verständnis dieser Art von Verträgen haben:

  • Worum geht es in den Verträgen?
  • Welche rechtlichen Auswirkungen hat ihre Nutzung für die Vertragsparteien?
  • Was ist der Unterschied zu EPCM-Verträgen?

EPC-Verträge

Der EPC-Vertrag ist ein Bauvertrag, der alles abdeckt, was mit dem Entwurf, den notwendigen Lieferungen, dem Bau selbst, der Organisation und allen zusätzlichen Dienstleistungen zu tun hat. All diese Faktoren sind per Definition in der Vertragsmodalität enthalten.

Der EPC-Vertrag wird auch als Turnkey-contract (schlüsselfertiger Vertrag) bezeichnet. Bei dieser Art von Verträgen ist der Auftragnehmer für jedes einzelne Vorhaben verantwortlich, welches der Verwirklichung des Projektes dient. Diese umfasst folglich die gesamte Entstehung des Projektes über Einkäufe, Lieferungen und sonstige notwendige Maßnahmen, um das Projekt anschließend dem Auftraggeber schlüsselfertig zu übergeben.

Vertragliche Beziehung zwischen den Parteien des EPC-Vertrages

Seit einiger Zeit haben die EPC-Verträge aufgrund ihrer einfachen Handhabung an Einfluss gewonnen. Durch die Übernahme neuer Aufgaben durch den Auftragnehmer wird das dreifache Auftraggeber-Ingenieur-Auftragnehmer-Vertragsverhältnis beseitigt und auf ein bilaterales Auftraggeber-Auftragnehmer-Verhältnis reduziert.

Tatsächlich übernimmt der Auftragnehmer bei EPC-Projekten die volle Verantwortung gegenüber dem Auftraggeber und verpflichtet sich, ein betriebsbereites (schlüsselfertiges) Projekt zu übergeben. Für den Kunden lassen sich die wichtigsten Vorteile der Wahl des EPC-Vertrages wie folgt zusammenfassen:

  • Das technische Team eines EPC-Projekts sichert die Qualität der vorgenommenen Arbeiten und kümmert sich um aufkommende Probleme und deren Bewältigung
  • Höchste Sicherheitsstandards
  • Die Reduzierung eines finanziellen Risikos: Ein festes Budget wird vor Beginn des Projekts vereinbart, das in der Regel auch eingehalten wird
  • Der Durchführungszeitraum des Projektes wird am Anfang festgelegt, wobei Abweichungen bei der Durchführung des Projekts grundsätzlich reduziert werden.

Der Unterschied zwischen EPC-Verträgen und EPCM-Verträgen

Ergänzend zum EPC-Vertrag gibt es ein weiteres, eng mit diesem Bereich verknüpfte Vertragsvariante, den EPCM-Vertrag. Der Hauptunterschied liegt darin, dass es sich bei dem EPCM-Vertrag um einen Dienstleistungsvertrag und nicht um einen Bauvertrag im engeren Sinne handelt.

Die inhaltlichen Bestimmungen des EPCM-Vertrages unterscheiden sich deutlich von der des EPC-Vertrages. Insbesondere übernimmt bei EPCM-Projekten der Auftragnehmer weder die Verpflichtung zur Organisation des Projekts, noch die zur Bestellung von Lieferungen. Er kümmert sich lediglich darum, die Ingenieursarbeit des Projektes zu erledigen.

Es gibt noch weitere wichtige Unterschiede zwischen EPC- und EPCM-Verträgen, die die Projektmanager in den Bereichen der Organisation, Lieferung und des Ingenieurswesens kennen sollten.

Wenn Sie weitere Informationen zum EPC- und EPCM Verträge benötigen, wenden Sie sich bitte an uns.

Dieser Beitrag ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen

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